Wednesday, April 21, 2010

Herzlich Willkommen


Vor gut zwei Wochen hat mich mein Freund Skylar aus LA angerufen. Er und seine Freundin Erlea würden mich für ein paar Tage besuchen kommen. OK? OK. Erlea habe von ihrem Grossvater im Baskenland etwas Geld geerbt. Nicht viel. Aber immerhin. Sie überlege sich, in Joshua Tree ein Haus zu kaufen. Nun ist der Moment, sage ich. Das Schlimmste dürfte vorbei sein im Immobilienmarkt, aber die Preise sind noch nicht gestiegen. Sie kommen, treffen sich mit einem Makler und finden nichts. Was sie sich leisten könnten, sieht entweder heruntergekommen aus oder ist blöd gelegen. Was ihnen gefallen würde, können sie sich nicht leisten. Dann, am selben Abend macht Erlea online ihre Nachforschungen und sieht etwas, was schier unglaublich klingt: ein riesiges, halbfertiges Haus auf 8 - in Worten acht – Fussballfeldern Land an bester Lage in Joshua Tree für 29 000 – in Worten neunundzwanzig tausend – Dollar. Was ist hier falsch, denkt man automatisch, Zwei Wochen später ist immer noch nichts falsch. Was schon steht, ist mindestens 100 000 Dollar wert. Das Land ist, konservativ geschätzt, 60 000 Dollar wert – es ist unverschandeltes Wüstenland, äusserst privat gelegen und trotzdem einfach zugänglich. Es war das Traumhaus eines Paars – einer von ihnen ist plötzlich gestorben, der andere konnte und wollte nicht weiterbauen. Das Haus fiel an die Bank und das war das Ende. Und der Anfang für Erlea und Skylar, denn die Bank wollte den Klotz am Bein so schnell wie möglich loswerden. Plötzlich waren da noch zwei Mitbieter. Erlea und Skylar boten 35 000 Dollar und bekamen den Zuschlag. Die ersten Tage sind die beiden jungen Künstler zwischen Euphorie, Angst über den einen Mut und Überwältigung hin und her geschwankt. Nun lernen sie alles über Solarenergie, Wasserzufuhr, Wüstenmaterialien und Erdbebensicherheit. Und das mit den Schuhen, das wird Erlea auch bald lernen. Hoffentlich nicht “the hard way”.

1 comment:

Mike said...

Ja so etwas würde mir auch gefallen...