
Immer mal wieder kriegen die circa 10’400 Schweizerbürger in Südkalifornien und Arizona ein Email vom Schweizer Konsulat in Los Angeles. Darin teilen sie ihren Schäfchen mit, was hier so alles an Schweizerischem geschieht. Dieser kleine Newsletter ist um einiges interessanter als die Schweizer Revue für Auslandschweizer, das unsägliche Käsblättchen, das man so richtig per Post geschickt kriegt - in Plastik eingeschweisst, wie wenn es was zu schützen gäbe. Vier mal jährlich erhalten die 600’000 Auslandschweizer dieses Elaborat, bei dem nie der Verdacht aufkommt, dass in der Schweiz hervorragende Grafiker arbeiten. Im Newsletter vom Konsulat allerdings erfahre ich, welche Berühmtheiten Schweizer Abstammung sind. Wie zum Beispiel der American Football Star Ben Roethlisberger (darauf wär ich auch noch ohne Newsletter gekommen), der mit den Pittsburgh Steelers den Superbowl gewonnen hat. Oder August Schellenberg, der eine Mohawk Mutter hat und seit Jahren in vielen Filmen Indianer-Rollen übernimmt. Und natürlich Q’orianka Kilcher, die im neuesten Terrence Malick Film neben Colin Farrell die Pocahontas spielt. Im Newsletter erfahre ich ausserdem, dass im UCLA Fowler Museum in Los Angeles zur Zeit eine Ausstellung zum Thema Karneval stattfindet. Und dass die Basler Fasnacht da vorne mit dabei ist. Ich klicke nichtsahnend auf den Link und Schock – schon plärrt mir eine Guggemusik entgegen, die dann glücklicherweise verstummt, während ich weiterlese. Ein überraschend präziser Text informiert über Sitten und Gebräuche. Ich lerne, dass Morgenstraich auf Englisch “morning tattoo” heisst, weil mit tattoo auch Zapfenstreich und Musikparade gemeint ist. Und ich lese: “Watch out for Waggis! This mischievous character loves to roughhouse and will appear around a corner at any time to rub handfuls of räppli (confetti) into your hair and clothing.” Genau, ich erinnere mich, Nom de Dieu.





